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Veröffentlicht am 05.02.2018

Die Digitalisierung als Job-Vernichter oder Wirtschaftswunder?

Die Frage, welche Auswirkung die Digitalisierung auf die Arbeitswelt hat, ist Gegenstand vieler Debatten. Dabei drohen Experten immer wieder mit hohen Jobverlusten, da Maschinen immer öfter den Menschen ersetzen. Andere prognostizieren einen Wirtschaftsboom. Ein Kommentar von Diethelm Siebuhr, Geschäftsführer von Nexinto.

Erst kürzlich hat der IT-Branchenverband Bitkom mit einer Umfrage für neuen Diskussionsstoff gesorgt: 3,4 Millionen Stellen sollen in den kommenden fünf Jahren durch die Digitalisierung entfallen. Dies beträfe fast jede zehnte Stelle. Zahlen, die die schon seit Jahren andauernden Debatten erneut anheizen. Doch wirklich greifbar werden die Prognosen nicht. Dafür ist in der Digitalisierung noch zu viel in Bewegung, um bereits jetzt schon definitive Aussagen für die Realität von morgen zu machen. Unbestrittener Fakt ist: die Digitalisierung verändert unser Leben tiefgreifend. Nicht umsonst wird im gleichen Atemzug oft von einer Revolution gesprochen. Genauer: der vierten industriellen Revolution. Mit jeder ihrer Vorgängerinnen hat sich die Arbeits- und Lebenswelt umfassend verändert. Dazu gehörte immer auch, dass einige Bereiche und Technologien an Bedeutung verloren – wie etwa die Kutsche. Doch wo Schatten ist, ist auch Licht. Denn mit den neuen Innovationen eröffneten sich neue Möglichkeiten: Aus dem Wagner oder Stellmacher ist der KfZ-Mechaniker geworden, aus dem Schriftsetzer der Mediengestalter.

Deshalb es wichtig, nicht das Glas halb leer zu sehen, sondern halb voll und die Chancen, die mit der Digitalisierung einhergehen. Die Digitalisierung zerstört, verändert und bringt neue Berufsbilder hervor. Klar ist allerdings, dass dieser tiefgreifende Strukturwandel mitgetragen und mitgestaltet werden muss – von verantwortlichen Unternehmen, Institutionen und auch von der Politik. Derzeit läuft etwa das Projekt „Berufsbildung 4.0“ beim Bundesinstitut für Berufsbildung: Dabei wird überprüft, wie Ausbildungsberufe an die Digitalisierung angepasst werden müssen. Es darf aber nicht zu lange analysiert und diskutiert werden. Es gilt, aktiv zu handeln, um die Möglichkeiten der Digitalisierung allen Schichten der Gesellschaft zu Gute kommen zu lassen. Die Digitalisierung ist da – macht das Beste draus.